Salvatorianerinnen helfen Evakuierten

Das Ausbildungshaus der Salvatorianerinnen liegt rund 30 Kilometer entfernt vom Vulkan Taal. Wir dokumentieren hier die E-Mails, die uns von den Philippinen erreichen.

 

30.01.2020 E-Mail von Sr. Alona B. Onag SDS aus Manila:

Liebe Schwestern,

der Friede sei mit euch!

Vielen Dank für all eure Gebete. Unsere Schwestern und die Kandidatinnen aus Silang sind immer noch hier in New Manila. Mittlerweile wurde der Taal auf Alarmstufe 3 heruntergestuft. Er stößt noch immer Schwefeldioxid aus und noch immer müssen Tausende Menschen in den verschiedenen Evakuierungszentren ausharren. Es herrscht nach wie vor Chaos. Wir haben Männer angeheuert, die nun das Dach unseres Konvents reinigen. Es ist dick mit Schlamm und Asche bedeckt. Unser Gärtner hat mit der Reinigung der Auffahrt begonnen und versucht, unsere Pflanzen von Schlamm und Asche zu befreien. Erste grüne Farbtupfer inmitten des Graus sind bereits zu sehen.

Wir Schwestern sind heute zusammen mit den Mitarbeitenden von SPCC (Salvatorianische Pastoralarbeit für Kinder) nach San Luis Batangas gereist, wo derzeit mehr als 14.000 Evakuierte leben. Dort ist uns vom Nationalen Sekretariat für Soziales Handeln und der Caritas eine Pfarrei zugeteilt worden, in deren Einzugsgebiet besonders viel Hilfe benötigt wird. Wir werden Hilfsgüter verteilen, vor allem Reis, Nudeln, Konserven, Decken und Hygieneartikel. Wir werden auch psychosoziale Hilfe anbieten, insbesondere den Kindern, die von diesem Vulkanausbruch sehr betroffen sind. Bitte betet hier weiterhin für unsere Leute. Gott segne euch.

Sr. Alona

 

16.01.2020 E-Mail von Sr. Alona B. Onag SDS aus Manila:

Guten Abend!

Ich möchte euch darüber informieren, dass Sr. Irma, Sr. Marites zusammen mit den Kandidatinnen mittlerweile hier bei uns im New Manila Convent sind. Sie wurden heute Morgen von Mitschwestern abgeholt. Wir sind froh, dass sie jetzt sicher und weitab von Erdbeben, Lavaasche und Schwefel sind. Zuvor haben sie noch abgefülltes Wasser und Lebensmittel in einem Evakuierungszentrum in der Nähe des Ausbildungszentrums verteilt. Es ist herzzerreißend, die Berichte zu hören von den betroffenen Menschen und den nun verwüsteten Orten. Wir danken Gott für die Hilfsbereitschaft der Menschen untereinander. Der Vulkan ist immer noch aktiv. Wir wissen nicht, was als nächstes passieren wird. Die Lage ist noch nicht sicher. Der gesamte Außenbereich des Ausbildungshauses ist von einer grauen Asche- und Schlammschicht bedeckt. Unser Gemüsegarten ist total zerstört. Bitte betet weiterhin für die Sicherheit der Menschen hier.

Mit liebevollen Grüßen,

Sr. Alona

 

13.01.2020 E-Mail von Sr. Alona B. Onag SDS aus Manila:

Liebe Schwestern,

ich konnte gestern Abend mit Schwester Irma über die Lage im Ausbildungshaus sprechen.  Sie sagte, dass sie zunächst den Schwefel des Vulkans riechen konnten und später auch den Schlamm. Alle tragen bereits eine Maske, auch wenn sie im Haus sind, wegen des Ascheregens und des schlechten Geruchs, der vom Vulkan kommt. Seit gestern Abend gibt es keinen Strom mehr.  Laut Sr. Irma konnten sie den Wassertank nicht auffüllen, weil es ein nicht angekündigter Stromausfall war.  Aber sie sagte, dass sie letzte Nacht sicher waren. Heute früh um 5.15 Uhr habe ich versucht, Sr. Irma und Sr. Marites anzurufen, aber leider konnte ich keine ihrer Nummern erreichen, weder das Festnetz, noch die Mobiltelefone.  Schließlich konnte ich Nila, die Mutter des Barangay Captains (Anm. der Redaktion: eine Art Ortsvorsteher) von Buho Silang, wo unser Ausbildungshaus liegt, kontaktieren.  Sie sagte, dass es immer noch keinen Strom gibt und dass der Ort zunehmend mit Schlamm überschwemmt wird, deshalb bleiben sie im Haus. Ich habe Nila gebeten, den Barangay Captain zu bitten, unsere Schwestern und unsere Kandidatinnen zu besuchen, um sich ein Bild von ihrer Lage zu machen und zu dem, was sie im Moment brauchen. Die gesamte Metropolregion Manila und Central Luzon sind vom Ascheregen betroffen. Hier im New Manila Convent schließen wir alle unsere Fenster und Türen, um den Ascheregen und den Schwefelgeruch zu meiden, und auch wir tragen eine Maske. Sämtliche Schulen und öffentliche Einrichtungen sind heute geschlossen. Den Leuten wird geraten, zu Hause zu bleiben.  Lito, unser Fahrer, ist jetzt im Urlaub, er wird erst am 16. Januar zurückkommen. Wir müssen nun schauen, wie die Schwestern und Kandidatinnen aus dem Ausbildungshaus hierher in unseren Konvent kommen können. Es gibt mittlerweile auch eine Reihe von Erdbeben in Tagaytay, Silang und anderen Orten in der Nähe des Vulkans. Viele Familien werden derzeit ins Evakuierungszentrum und in die nahe gelegenen Provinzen gebracht.  Bitte betet weiter für uns alle, besonders für unsere Schwestern und Kandidatinnen in Buho Silang und die Menschen in der Nähe des Vulkans. Gott segne uns alle!

Im Göttlichen Heiland,

Sr. Alona

Die Salvatorianerinnen haben einen Nothilfefonds eingerichtet, den wir von Deutschland aus zunächst mit 3.000 Euro bedient haben. Dieses Geld wird zum Einkauf der ersten Hilfsgüter für die Menschen in den Evakuierungszentren benötigt. Ende Februar erwarten wir einen neuen Bericht unserer Schwestern auf den Philippinen, in dem weiterer konkreter Bedarf benannt wird.

Spendenkonto:

Salvatorianerinnen weltweit
Kreissparkasse Köln
IBAN: DE29 3705 0299 0152 0033 53
SWIFT-BIC: COKSDE33XXX

Stichwort: Vulkan Philippinen

Oder direkt über unsere Website: