Selige Maria von den Aposteln (Therese von Wüllenweber)

Am 13. Oktober 1968 wurde die Mitgründerin unserer Ordensgemeinschaft, Mutter Maria von den Aposteln, von Papst Paul VI seliggesprochen. Wir blicken anlässlich dieses Jubiläums auf ihr Leben und Wirken zurück:

Kindheit und Jugend

Am 19. Februar 1833 wird Therese als älteste von fünf Töchtern der Familie von Wüllenweber auf Schloss Myllendonk bei Mönchengladbach geboren. Die Familie ist begütert und politisch sowie sozial engagiert. Therese erhält eine sehr gute Ausbildung, wie es einer späteren Schlosserbin entspricht. Aber schon sehr bald spürt sie eine Unruhe in sich: Ist dies wirklich ihr Lebensweg?

Lange Suche

In ihrer Lebensbeschreibung vermerkt Therese: … Ich studierte am liebsten im hl. Evangelium, wie zu Jesu Zeiten die Apostel und frommen Jungfrauen zusammen gewirkt haben für Christus … und verlangte in ein solches Kloster mit Missionszwecken. Das konnte ich nirgendwo finden – suchte und suchte. Man rieth mir zu warten…“

1857 tritt Therese ins Kloster Bloemendaal der ignatianisch geprägten Ordensgemeinschaft Sacré Coeur in Vaals, Niederlande ein. Aber sie spürt, dass diese Ordensgemeinschaft nicht ihrer Berufung entspricht. 1863 tritt sie wieder aus. Auf Drängen ihres Vaters geht sie zu den „Schwestern von der Heimsuchung Mariens“ auf Schloss Mülheim a.d. Möhne in Westfalen, bleibt dort aber nur kurze Zeit. Die anschließenden fünf Jahre verbringt sie wieder auf dem heimatlichen Schloss Myllendonk. 1868 führt sie ihr Suchen nach Belgien – wieder in eine ignatianisch geprägte Schwesterngemeinschaft. Doch auch dort findet sie nicht ihren Platz und kehrt 1871 nach Myllendonk zurück.

Therese hält an ihrem Traum fest, sich für die Mission, für die Verkündigung des Evangeliums einzusetzen. 1876 mietet sie Teile des Klosters Neuwerk, das sie 1879 sogar kauft, um dort selbst eine Gemeinschaft zu gründen. Doch der „Kulturkampf“ verhindert die Verwirklichung ihrer Pläne, ein Missionshaus entstehen zu lassen. So versucht sie, das Haus als „Damenstift“ zu führen und setzt sich für pädagogische und karitative Anliegen ein. Aber sie stößt immer wieder auf Schwierigkeiten.

Wendepunkt

1882 wird sie auf die eben gegründete Apostolische Lehrgesellschaft aufmerksam und am 4. Juli 1882 besucht P. Jordan sie in ihrem Kloster Neuwerk. Durch diese Begegnung kommt ihr Suchen zur Ruhe. Hier sieht sie ihre Träume erfüllt. Schon am 5. September 1882 legt Therese private Versprechen in der 1. Stufe der Apostolischen Lehrgesellschaft für ein Jahr ab, am 31. Mai 1883 die Ewigen (privaten) Gelübde. Aber noch wird ihr viel Geduld abverlangt. Ein Versuch einer Schwesterngründung in Rom entwickelt sich in eine Richtung, die weder den Vorstellungen P. Jordans noch denen von Therese v. Wüllenweber entspricht. Der Vatikan trennt diese Schwesterngemeinschaft 1885 schließlich von P. Franziskus Jordan. Therese bleibt ihm treu verbunden.

Erfüllung eines Traums

Nur mühevoll kann P. Franziskus Jordan an einen weiteren Versuch herangehen und schließlich im November 1888 Therese von Wüllenweber nach Rom rufen. Die Gründung der neuen Schwesterngemeinschaft erfolgt auf kuriale Weisung in Tivoli bei Rom. Gemeinsam mit zwei anderen Frauen beginnt Therese am am 8. Dezember 1888 das Noviziat. Sie erhält den Ordensnamen Maria von den Aposteln. Sie ist die erste Generaloberin und gleichzeitig Ausbilderin der Schwesterngemeinschaft. Am 25. März 1889 feiert sie ihre öffentlichen Ewigen Gelübde. Die Gemeinschaft wächst ständig und bereits 1890 werden die ersten Schwestern nach Nordost-Indien entsandt. Auch wenn Mutter Maria, wie sie nun genannt wird, aus gesundheitlichen Gründen selbst keine weiten Übersee-Reisen mehr unternehmen kann, erfüllt sich nun endlich ihr Traum von den Missionen: junge Frauen auf die Missionstätigkeit vorbereiten, hinausschicken und begleiten.

Letzte Jahre und Seligsprechung

1894 darf die Schwesterngemeinschaft endlich von Tivoli nach Rom übersiedeln. Mutter Maria bleibt bis zu ihrem Tod Generaloberin. In den letzten Jahren leidet sie schwer an einer großen Sehschwäche und an Asthma, 1907 erkrankt sie zusätzlich  an einer Gehirnhautentzündung und stirbt am 25. Dezember 1907 während der Mitternachtsmette. Am 13. Oktober 1968 wird Mutter Maria von den Aposteln von Papst Paul VI seliggesprochen und wird von nun an Selige Maria von den Aposteln genannt.

Es war Maria von den Aposteln nicht vergönnt, noch selbst in die Mission zu gehen, jedoch war sie zur Ausbilderin von Apostelinnen geworden und zur Mutter einer bis heute lebendigen, apostolischen, weltweit engagierten Schwesterngemeinschaft.

Kurzbiografie

  • Februar 1833 Geburt auf Schloss Myllendonk bei Mönchengladbach als Therese von Wüllenweber
  • 1833 – 1857 Kindheit und Jugend auf Schloss Myllendonk, Kontakt zu Jesuitenmissionen
  • 1857 – 1882 Lange Suche nach dem Platz, wo sie ihre Missionsberufung als Frau der damaligen Zeit leben kann
  • Juli 1882 Wendepunkt: Kennenlernen von Pater Jordan
  • Dezember 1888 Mitgründerin des weiblichen Zweigs des Salvatorianerordens („Schwestern vom Göttlichen Heiland“)
  • Dezember 1907 Tod in Rom
  • Oktober 1968 Seligsprechung durch Papst Paul VI.